Am Wochenende trafen sich die Weit-, Drei- und Hochspringer und -springerinnen zum 27. KURTULUS Springer-Meeting. Aus ganz Deutschland, von Berlin bis Köln, von Schwerin bis Karlsruhe und Chemnitz kamen die Athleten nach Garbsen. Außerdem hatten sich internationale Gäste aus acht Ländern von drei Kontinenten angemeldet.
Leider waren Temperaturen um 17 Grad und ein unangenehm böiger Wind nicht gerade leistungsfördernd. Trotzdem zeigten die Sportler und Sportlerinnen tolle Leistungen. Die erste deutsche Jahresbestleistung fiel schon im Vorprogramm der Jugendlichen. Carolin Evers (SV Werder Bremen) überquerte 1,78 m und setzte sich damit an die Spitze der deutschen Bestenliste. An der U20-WM Norm von 1,81 m scheiterte sie nur knapp. Auf Platz 3 landete die Lokalmatadorin Maribell Schröder vom Garbsener SC.
Carolin Evers (Foto: Hubert Lödding)
Der Hochsprung der Männer war fest in der Hand der ausländischen Gäste. Akin Howard aus Großbritannien gewann vor den höhengleichen Elend Bolstad Raa aus Norwegen und Luis Castro (Puerto Rico) auf Rang 2. Julius Vollmers von GSC kam bis auf einen Zentimeter an seine Bestleistung heran und belegte Platz 6.
Im Dreisprung der Männer sahen die Zuschauer, darunter die beiden besten deutschen Dreispringer aller Zeiten Rekordinhaber Ralf Jaros und Ex-Weltmeister Charles Friedek , die beide als Trainer an der Anlage standen, den ersten 16 m-Sprung des Jahres. Der deutsche Vizemeister Mohammad Amin Alsalami (LAC Berlin), ein Dauergast in Garbsen, seit dem vergangenen Jahr hat er einen deutschen Pass, setzte sich mit 16,07 m an die Spitze in Deutschland. Bei den berliner Meisterschaften, einen Tag zuvor hatte er sich extra geschont und nur zwei Versuche absolviert, um für Garbsen fit zu sein.
Doppelsieger Mohammad Amin Alsalami (Foto: Hubert Lödding)
Im Dreisprung klappte es so gut, so meldete er sich kurzfristig noch für den Weitsprung nach und gewann auch hier. Ihm dicht auf den Fersen war der Jugendliche Leoniel Ahiandjipe aus Schwerin, mit 7,40 m stellte er eine deutsche Jahresbestleistung für die männliche Jugend U20 auf. Anschließend setzte er alles auf eine Karte um die U20WM-Norm von 7,58 m anzugreifen, trat aber zweimal über. Der zweifache deutsche Zehnkampfmeister Marcel Meyer (Hannover 96), der seine Leichtathletikkarriere als achtjähriger in Garbsen begonnen hat, landete mit 7,01 m auf Platz 4.
Deutsche Jahresbestleistung MJ U20: Leoniel Ahiandjipe (Foto: Hubert Lödding)
Den Hochsprungsieg der Frauen holte sich Ella Obeta von der LG Nord Berlin. An ihrer persönlichen Bestleistung 1,85 m scheiterte sie nur knapp. Helena Börner (LAC Erdgas Chemnitz) setzte sich im Weitsprung mit 6,49 m durch, aktuell Platz 3 in Deutschland. Besonders spannend war der Dreisprungwettbewerb der Frauen. Überraschend konnte sich am Ende Anna Gräfin Keyserlingk von der LG Göttingen mit sieben Zentimetern Vorsprung vor ihrer Trainingskollegin und aktuell besten deutschen Dreispringerin Kira Wittmann (Hannover 96) durchsetzen. Die 13,67 m der Göttingerin bedeuten aktuell Platz 2 in Deutschland.
Sieg im Dreisprung: Anna Gräfin Keyserlingk (Foto: Hubert Lödding)
Siegerehrung im Dreisprung mit Bürgermeister Claudio Provenzano (Foto: Hubert Lödding)
Auch in diesem Jahr nahmen wieder Paraathleten und -athletinnen am KURTULUS Springer-Meeting teil. Die 7. der Paralympics und 6. der Para-WM Laura Burbulla aus Wolfsburg verfehlte die 4 m-Marke nur knapp und Mitja Völkening (TSV Burgdorf) kam bis auf 2 cm an seine persönliche Bestleistung heran.
Zum Abschluss gab es dann noch einen Meeting-Rekord. Skippy verbesserte unter dem Jubel der Zuschauer und Helfer die Bestleistung im Maskottchen-Hochsprung um 15 cm auf 1,25 m.